040-22 86 65 28 frage@knowhere.to

„Artificial Intelligence (AI) made in Germany“ – so lautet der Titel der von der Bundesregierung veröffentlichten nationalen Strategie für künstliche Intelligenz (KI) vom November 2018. Mit ihr existiert hierzulande erstmals ein politischer Rahmen für die umfassende Entwicklung von künstlicher Intelligenz und ihrer Anwendungsfelder.

Die Technologien, die sich hinter den Begriffen Artificial Intelligence und künstliche Intelligenz verbergen, haben das Potenzial, unser Leben in den nächsten Jahren und Jahrzehnten maßgeblich zu verändern. Grund genug, um einmal einen genaueren Blick darauf zu werfen, was eine künstliche Intelligenz eigentlich ist.

Was ist eine künstliche Intelligenz?

Bei künstlicher Intelligenz handelt es sich um ein Teilgebiet der Informatik, das sich mit der Automatisierung von intelligentem Verhalten beschäftigt. Die Begriffserklärungen für künstliche Intelligenz sind so vielfältig, wie die Versuche die Technologie in einfachen Worten zu erklären. Eine allgemeingültige Definition gibt es bislang nicht. Um die Frage: “Was ist eine künstliche Intelligenz?” dennoch leicht verständlich beantworten zu können, sind folgende Abgrenzungen möglich.

Die Technologie der künstlichen Intelligenz kommt aus der angewandten Informationstechnologie und dem Bereich der Neurowissenschaften. Das scheint auf den ersten Blick ein Widerspruch zu sein – haben doch Informationstechnologien und die Wissenschaft um die Struktur und Funktionsweise von Nervensystemen nicht viel gemeinsam. Und doch gibt es diese kleine Schnittmenge, bei der es um die Erforschung von Mechanismen des intelligenten menschlichen Verhaltens geht. Computerprogramme und Dialogsysteme wie selbstlernende Chatbots simulieren auf Basis von Rechenmaschinen und Algorithmen ein intelligentes Problemlösungsverhalten. Derartige Programme reagieren wie eine physikalische Intelligenz.

Schon in den 50er Jahren baute Allen Newell auf Basis von GPS (General Problem Solver) ein erstes Modell des menschlichen Denkens auf, bei dem – abhängig vom Kontext und Zustand – das Programm selbständig lernen und entscheiden kann.

Künstliche Intelligenz ist demnach…
ein System, das durch mathematische Formeln, Algorithmen sowie große Datenmengen selbständig Vorhersagen und damit auch Entscheidungen treffen kann. Programme mit einer hohen Rechenleistung sind in der Lage, in den großen Datenmengen Ähnlichkeiten und Überschneidungen zu erkennen und daraus Modelle zu generieren. KI-Systeme sind bereits heute in unseren Alltag integriert und sollen dort mithilfe von intelligenten Methoden Probleme lösen. Beispiele dafür sind neben selbstlernenden Chatbots: Übersetzungsprogramme, automatisierte Bildverbesserung in Kameras oder automatische Empfehlungssysteme.

Wann gilt eine Maschine als intelligent?

Um zu prüfen, ob und wie intelligent ein System arbeitet und bestimmte Aufgaben absolviert, können Domänen-Benchmarks herangezogen werden. Einer dieser Benchmarks ist GLUE, welcher mit 16 verschiedenen Teilaufgaben ein NLP System bewertet.

Dazu gehören unter anderem:

  • Bedeutungsähnlichkeit von Sätzen
  • Stimmungsanalyse
  • Frage – Antwort Test

Hierauf beruht die KI eines selbstlernenden Chatbots und kann mithilfe dieser und anderen Benchmarks in ihrer Zuverlässigkeit gemessen werden. Dennoch arbeiten intelligente Maschinen noch längst nicht perfekt und verwenden natürliche Sprache nicht ohne Fehler. Sie lernen jedoch mit jeder Anwendung und jedem Training dazu.

Wie funktioniert eine künstliche Intelligenz?

Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung von künstlicher Intelligenz, etwa für ein NLP-System sind:

  • Hohe Rechenleistungen der Hardware,
  • die Sammlung großer Datenmengen (Big Data)
  • und effiziente Algorithmen.

Im Bereich der natürlichen Sprachverarbeitung werden mithilfe von Deep Learning, einem Teilgebiet des Maschinellen Lernens, Sprachmodelle erlernt. Diese Sprachmodelle dienen als Basis für die jeweiligen Aufgabenfelder, wie sie zum Beispiel im GLUE Benchmark gefordert sind.

Das medial bekannteste Sprachmodell GPT-2 der Initiative OpenAI hat im Frühjahr 2019 für Aufmerksamkeit gesorgt, da es wohl so mächtig ist, Texte generieren zu können, die semantisch und grammatikalisch korrekt sind. Demnach kann kaum mehr unterschieden werden, ob dieser Text von einem Menschen oder einer Maschine stammt. Daher hat sich OpenAI dazu entschieden, dieses Sprachmodell nicht zu veröffentlichen und schwächere Modelle stückweise herauszugeben, um das Gefahrenpotential eines derart mächtigen Sprachmodells zu studieren.

Einsatzbereiche von einer künstlichen Intelligenz

Künstliche Intelligenz ebnet oft den Weg für menschliche Entscheidungen oder nimmt belastende Arbeiten ab. Es gibt viele Beispiele, die zeigen, wie vielfältig die Einsatzbereiche für eine künstliche Intelligenz sind.

Autonomes Fahren mit künstlicher Intelligenz: Augen zu am Steuer?

Netzwerke mit vielen Ebenen, den sogenannten Konzepten, tragen auch zur Prozessautomatisierung oder dem autonomen Fahren bei. Intelligente Programme können diese Aufgaben innerhalb kürzester Zeit lösen und komplizierte Konzepte erlernen.
Das autonome Fahren ist auf die künstliche Intelligenz angewiesen und benötigt die Technologie beispielsweise für die Signalverarbeitung und/oder Umfelderkennung. Bis sich ein Auto vollständig autonom, also ohne das Eingreifen des Fahrers, fortbewegen kann, ist es jedoch noch ein langer Weg. Die Fähigkeit eines selbstfahrenden Autos wird in fünf Stufen unterteilt:

  • Assistiertes Fahren
  • Teilautomatisiertes Fahren
  • Hochautomatisiertes Fahren
  • Vollautomatisiertes Fahren
  • Autonomes Fahren

Level fünf bedeutet demnach, dass das Auto die volle Autonomie übernehmen kann. Alle fahrrelvanten Aufgaben steuert und realisiert eine intelligente Software. Kameras, Sensoren und zentrale Steuereinheiten generieren dabei riesige Datenmengen. Diese sollen relevante Fragen in Echtzeit beantworten – zum Beispiel wie gut die momentanen Sicht- oder Straßenverhältnisse sind. Die künstliche Intelligenz muss also ständig Entscheidungen treffen.

Heute überlassen noch Fahrerassistenzsysteme dem Fahrer die Initiative, in wenigen Jahren soll autonomes Fahren Realität werden. Ob diese Prognose in Anbetracht der gesetzlichen Vorschriften, moralischen Abwägungen und technischen Voraussetzungen tatsächlich eintritt, bleibt abzuwarten.

Künstliche Intelligenz in der Industrie 4.0

Auch die Industrie setzt künstliche Intelligenz vielfältig ein. Fast jede vierte Maschine ist mittlerweile smart. KI erleichtert den Umgang mit komplexen Zusammenhängen und führt zu vernetzten Prozessen. In dem optimierten Fertigungsablauf kommunizieren Maschinen und Bauteile miteinander, beispielsweise durch Bildanalyse und Bilderkennung. Ein weiteres Beispiel aus dem Industriebereich sind kollaborative Roboter, die nicht nur die Mitarbeiter bei der physisch schweren Arbeit entlasten, sondern auch noch die Montagepräzision steigern können.

Künstliche Intelligenz im Alltag

Smarte Prozesse und Maschinen unterstützen uns nicht zuletzt bei Alltagsaufgaben. Sie können lesen, sehen, sprechen und vor allem durch stetiges Lernen verstehen. Beispielsweise ist eine spezielle Software in der Lage, stundenlange Audioaufnahmen zu transkribieren. Die bekannten Sprachassistenten Alexa, Siri und Cortana sind zu kleinen Alltagshelfern geworden und im Kundenservice warten intelligente Chatbots mit individuellen Lösungen.

Wie nutzen selbstlernende Chatbots künstliche Intelligenz?

Selbstlernende Chatbots sind ein gelungenes Beispiel für eine effektive Anwendungsmöglichkeit von Artificial Intelligence und helfen auch bei der Beantwortung der Frage, was eine künstliche Intelligenz eigentlich ist. Sie zeigen auf, welche enormen Vorteile die Technologie für ihre Anwender in unterschiedlichen Stationen der Customer Journey mitbringt.

Ein selbstlernender Chatbot mit künstlicher Intelligenz registriert, basierend auf der Erkennung von natürlicher Sprache, um welches Anliegen es sich handelt. Doch das ist längst noch nicht alles: Er erfasst auch in welcher Stimmungslage sich der Kunde gerade befindet. Die Grenzen zwischen einem „echten“ menschlichen Dialog und einem Chatbot-Kontakt verschwimmen.

Selbstlernende Chatbots nutzen jede neue Aufgabe, um ihre Wissensdatenbank zu erweitern. Sie sind rund um die Uhr verfügbar und einsatzbereit. Im Kundenservice kümmern sich selbstlernende Chatbots mit KI um die Probleme, Fragen oder Reklamationen der Kunden. Eine Entlastung, von der nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Kunden profitieren: Anfragen werden schnell entgegengenommen, weitergeleitet oder im besten Fall komplett vom Chatbot selbst gelöst.

Weitere Beispiele, die zeigen, was eine künstliche Intelligenz kann

Medizin (zum Beispiel für die Versorgungsqualität und verbesserte Diagnostik im Rahmen bildgebender Verfahren)
Banken (zum Beispiel individuelle Tipps zu Geldanlagen durch einen Robot Advisor)
Übersetzer (zum Beispiel das Übersetzen von langen Textabschnitten innerhalb weniger Sekunden)

Die aufgeführten Beispiele zeigen, was eine künstliche Intelligenz ist und kann. Derartige Systeme arbeiten natürlich noch nicht perfekt und selbst wenn, es braucht immer einen prüfenden Blick des Menschen, um mögliche Gefahrenquellen auszuschließen.

Insbesondere selbstlernende Chatbots haben jedoch das Potenzial in Zukunft noch ertragreicher zu werden und ihre Qualität nachhaltig zu steigern, da sie kontinuierlich dazulernen und zeitraubende Aufgaben übernehmen können. Welche Aufgaben das sein können, kannst du in unserem kostenlosen Whitepaper über Chatbot Use Cases lesen.

Exkurs: Bedroht künstliche Intelligenz Arbeitsplätze?

Was soll eine künstliche Intelligenz leisten können? Bei dieser Frage taucht zeitnah auch die Sorge um den Wegfall von Arbeitsplätzen auf. Diese ist jedoch völlig unbegründet: Intelligente Programme ersetzen keine Mitarbeiter, sondern unterstützen diese.

Selbstlernende Chatbots etwa können standardisierte Aufgaben und Abfolgen übernehmen und entlasten das Personal dadurch – beispielsweise im Kundenkontakt. Das schafft neue Kapazitäten für andere wichtige Aufgaben.

Da eine künstliche Intelligenz den Menschen nicht vollends ersetzen kann, muss ihr Verhalten auch immer wieder von einer realen Person geprüft und weiterentwickelt werden. Softwareprogramme steuern jede künstliche Intelligenz und jedes künstliche neuronale Netz. Diese Software wird von Menschenhand erstellt und programmiert, zahlreiche technisch ausgerichtete Arbeitsplätze sind so schon geschaffen worden und der Bedarf wird zukünftig noch steigen. In Industrie, Wirtschaft und Dienstleistung steckt – wie wir gesehen haben – eine Menge Potenzial für den Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt.

Dialoge mit selbstlernenden Chatbots werden Standard

Künstlicher Intelligenz wird in Zukunft immer mehr Bedeutung beigemessen – das zeigt bereits das veröffentlichte Strategiepapier der Bundesregierung. KI-Systeme werden auch in Bereiche vordringen, die heute noch verschlossen erscheinen.

Dennoch stellt Artificial Intelligence grundsätzlich keine Konkurrenz zu menschlicher Arbeit dar. Sie ist auf den Input und die Ausgestaltung ihrer Quellcodes durch IT-Fachleute angewiesen. Vielmehr unterstützen Systeme wie selbstlernende Chatbots die Mitarbeiter – vor allem bei der Erledigung von ineffizienten Aufgaben und der Vorqualifizierung oder Beantwortung repetitiver Fragen.

Selbst ein hohes Aufkommen von Anfragen stellt für ein künstlichen neuronales Netzwerk kein Problem dar: Durch das selbständige Skalieren und Hinzufügen neuer Ebenen (Konzepte), wird die Belastungsgrenze einfach nach oben verschoben. Die Frage ”Was ist eine künstliche Intelligenz?” lässt sich in diesem Kontext auch so beantworten: Künstliche Intelligenz ist wie eine Art digitaler Mitarbeiter, der den Menschen durch sein Problemlösungsverhalten an seinem Arbeitsplatz unterstützt, entlastet und Freiräume schafft.

Robert Weber

Robert Weber

Robert ist Mitgründer und entwickelt seit mehr als drei Jahren aktiv Chatbots. Bei knowhere ist er mitverantwortlich für das Conversational Design der Chatbots. Sie finden Ihn auf LinkedIn und Twitter.

Weiteres aus unserem Blog

Chatbot vs. Live Chat

Auf 26% der 10.000 Traffic-stärksten Websites der Welt ist in der unteren rechten Ecke ein kleines Chat-Icon zu finden. Hinter dem versteckt sich entweder ein Live-Chat mit einem Menschen dahinter oder ein Chatbot. Nach einem Klick auf das Icon öffnet, sich ein...

Erleben Sie unseren KI Chatbot in Aktion

Sichern Sie sich jetzt Ihre kostenlose Demo:

Wir zeigen Ihnen, wie Sie einen Chatbot erfolgreich in Ihrem Unternehmen einsetzen können. Melden Sie sich noch heute für eine unverbindliche Demo an.